Praxis für klassische HomöopathieMaike Kohpeiß

Die homöopathische Verreibung


Löwenzahn Mörser

Eine Erfahrung mit allen Sinnen

Die Verreibung ermöglicht dem Homöopathen den Eintritt in einen Wissensbereich, der mit allen unseren Sinnen wahrgenommen wird.

Anders als in der Schulmedizin, die Reagenzgläser, Spektralmikroskope und anderes Equipment zur Analyse eines Stoffes nutzt, wird bei der homöopathischen Verreibung eines Stoffes - egal welchen Ursprungs - die körperliche, seelische und psychische Wahrnehmung des homöopathisch arbeitenden Heilpraktikers oder Arztes genutzt.

Auch Trauminhalte und Erlebnisse im eigenen Lebensumfeld fließen in die Betrachtung eines Heilmittels mit ein.

Ein Beispiel: Berichten die Telnehmer einer Verreibung über gehäufte Streitigkeiten, kann es durchaus sein, dass für das verriebene Arzneimittel die Causa "Beschwerden durch Streitigkeiten" ein wichtiger Hinweis ist.

Doch erst die Dichte und Häufigkeit einer Arzneimittelprüfung ermöglicht eine verlässliche Aussage über die Wirkungsfähigkeit eines Heilmittels.

Was ist eine homöopathische Arzneimittelverreibung?

Bei einer homöopathischen Arzneimittelverreibung wird eine Substanz z. B. mineralischen, tierischen oder pflanzlichen Ursprungs in Milchzucker nach einem vorgegebenen Muster innerhalb eines ebenso vorgegebenen Zeitraumes in einem Mörser verrieben. Im Anschluss wird das verriebene homöopathische Heimittel eingenommen. Die Erfahrung und Wahrnehmung, die die Prüfer sowohl körperlich als auch geistig-seelisch dabei machen, wird dokumentiert. 
Es hat sich gezeigt, dass Verreibungen in einer Gruppe von Homöopathen aussagekräftiger sind als eine Verreibung alleine.
Diese ganzheitlichen Erfahrungen tragen Homöopathen weltweit zusammen, werten sie aus, und nach und nach ergibt sich das Bild eines Heilmittels in seiner Gesamtheit.
Zudem findet die Signatur eines Stoffes Einzug in das Mittelbild. Ist ein Ausgangsstoff z. B. giftig, welche Vergiftungserscheinungen sind erkennbar. 
Der Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann hat damit den Grundstein zur Erfassung eines Heilmittels gelegt.